Zukunft ist jetzt!

    Die digitale Zukunft diskutiert die IT-Forschung im CeBIT future talk.

    „Wir müssen alte Kulturtechniken neu lernen und Neugier als generelle Lebenseinstellung kultivieren.”

     

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    Reinhard Karger, M.A., moderiert den CeBIT future talk

    Unternehmenssprecher, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, DFKI

    Präsident, Deutsche Gesellschaft für Information und Wissen, DGI

     

    Verblüffend ist die aufwühlende Dynamik der Digitalisierung. Waren das Internet der Dinge oder Wearable Computing vor einem Jahr noch Nischenkonzepte, sind heute Smart Home-Lösungen benutzerfreundliche Paketangebote, nicht mehr nur Gadgets schlauer Experten, sondern ausgereifte Produkte, die jeder Laie gut gelaunt über seine Smartwatch steuern kann. Die Innovationsgeschwindigkeit ist atemberaubend und anders als zur Jahrtausendwende sind es keine vielwortigen Versprechungen, sondern gigantische Industrien und Börsenbewertungen im Milliardenbereich. Allein Apple und Google zusammen erreichen im Februar 2016 eine Marktkapitalisierung von 1 Billion Euro.

    Digitalisierung hat einen ganzheitlichen Einfluss auf Gesellschaft und Wirtschaft – wie die Erfindung von Post und Telefon, Radio und TV, Schallplatte und Tonband zusammen; heute kann jeder in Echtzeit kommunizieren. Die sozialen Massenmedien sind weltweit verbindend, fördern Verständigung, aber auch weltweiten Extremismus und können geschickt platzierte Falschmeldungen zu weltweiten Schlagzeilen machen. Wir müssen alte Kulturtechniken neu lernen. Ganz oben: Informationskompetenz! Nicht Medien- oder Gadget-Kompetenz, nicht Handhabung und Bediendetails, sondern: Information im situativen Kontext verstehen und mit politischer Perspektive bewerten. Und dann: Neugier als generelle Lebenseinstellung kultivieren, nicht als naives Vorrecht der Jugend, sondern als emotionale Grundlage für die Teilhabe an der sich sprunghaft verändernden Gegenwart.

    Deshalb werden Messen jedes Jahr wichtiger. Reale Anschauung und realer Austausch sind das Fundament der Urteilsfähigkeit. Die Vielzahl wird erst durch den Dialog und nur im Gespräch zu einer Perspektive. Für Digitalisierung liefert die CeBIT das Ritual der Selbstvergewisserung, macht erfahrbar, welche Märkte kontrahieren oder explodieren. Die digitale Zukunft präsentiert und diskutiert die IT-Forschung im CeBIT future talk, dem Veranstaltungsforum der Innovationshalle, Halle 6, B54.

    http://www.cebit.de/veranstaltung/detail/FOR/68016

    Zunehmend geht es um Diensteanbieter und exorbitant erfolgreiche Plattformen, nicht mehr um Hardwarehersteller. Prof. Lutz Heuser, Gründer von [ui!] – the urban institute, präsentiert Szenarien für die Smart City, die Chancen auch für den IT-Mittelstand sind.

    http://www.cebit.de/veranstaltung/smart-city-chancen-fuer-den-it-mittelstand/VOR/68802

    Die smarten Services eröffnen Geschäftsfelder, ermöglichen vorausschauende Wartung, bewirken Kostenreduktion für die Industrie. Darüber diskutiert Prof. Peter Liggesmeyer, Präsident der Gesellschaft für Informatik, u.a. mit Prof. Hans Uszkoreit vom Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz, DFKI, und Dr. Alexander Tettenborn, Ministerialrat im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, BMWi, das mit seinem Programm „Smart Data – Innovationen aus Daten“ die Entwicklung von „Innovativen Big Data Lösungen für den Mittelstand“ fördert.

    http://www.cebit.de/veranstaltung/smart-services-smart-data-smart-everything/PAN/68310

    Die digitale Transformation geht einher mit Multikanal-Echtzeit-Nachrichtenströmen, mit der stetig wachsenden Bedeutung von Daten und einer rasant steigenden Zahl von vernetzten Sensoren. Peter Adolphs, Forschungschef von Neofonie, stellt smarte Tools für Journalisten vor, Prototypen aus einem Big-Data- und Sprachtechnologie-Baukasten für den journalistischen Alltag, die Journalisten helfen, ihre Informationskompetenz zu erhalten.

    http://www.cebit.de/veranstaltung/big-data-im-news-room/VOR/68238

    In der öffentlichen Diskussion nimmt Künstliche Intelligenz einen immer prominenteren Stellenwert ein. Dabei geht es nicht um Hollywood-Blockbuster, sondern um gesellschaftliche Auswirkungen. 2016 ist ein Jubiläumsjahr, markiert den 60. Jahrestag der Dartmouth Konferenz, bei der im US-Staat New Hampshire in Hanover der Begriff „Artificial Intelligence“ geprägt wurde. Im future talk sprechen Robert Thielicke, Chefredakteur der Technology Review, und Prof. Wolfgang Wahlster, CEO des DFKI, über Bedeutung und Chancen von Künstlicher Intelligenz. Gehen wird es um autonome Systeme, selbstfahrende Autos oder hochvernetzte Mobilität, aber auch Industrie 4.0, die Zukunft der Produktion und verwandte Themen, die seit 2011 immer den Suffix „4.0“ tragen – der für den Impact der 4. Industriellen Revolution steht.

    http://www.cebit.de/veranstaltung/kuenstliche-intelligenz-overhyped-oder-unterschaetzt/EXP/68338

    Die Schweiz ist das CeBIT-Partnerland 2016. Prof. Detlef Günther, Vizepräsident für Forschung und Wirtschaftsbeziehungen, ETH Zürich, adressiert die Verwertung wissenschaftlicher Erkenntnisse – „Vom Theorem zum Geschäftsmodell – Cyber-Physische Systeme“ – und zeigt Strategien zur Überwindung des „Valley of Death“.

    http://www.cebit.de/veranstaltung/vom-theorem-zum-geschaeftsmodell-cyber-physische-systeme/VOR/68767

    Die Schweizer Firma Monetas demonstriert Transaktionslösungen für das Bezahlen via Smartphone, auch für die, die kein Konto haben. Deutschland ist verliebt in Bargeld, aber der Trend kontaktlos mit dem Smartphone zu bezahlen, intensiviert sich. In den USA wurde das kontaktlose Bezahlen binnen Jahresfrist zur Alltagserfahrung. Im Juni werden große Angebote in Großbritannien ausgerollt. Deutschland arbeitet sich vor, aber hinkt hinterher – es mehren sich Stimmen, die Bargeld favorisieren, nicht wegen fehlender Verlässlichkeit oder mangelhafter Abdeckung von Bezahlterminals, sondern wegen der Erhaltung der Anonymität des Käufers.

    http://www.cebit.de/veranstaltung/leveraging-cryptofinance-the-next-generation-of-mobile-financial-services/VOR/68152

     Es ist wichtig, die Wünschbarkeit einer Entwicklung zu diskutieren und im Strom der Innovationen und technischen Durchbrüche nicht die Orientierung zu verlieren. Prof. Dirk Helbing, ETH Zürich, einer der Herausgeber des Digital Manifests, das letzten Dezember in Spektrum der Wissenschaft erschienen ist, untersucht Big Data und Verhaltenssteuerung durch Nudging – anstupsen –, aber auch die Chancen des Internet der Dinge für Bürger und Demokratie und fragt: Droht uns die Automatisierung der Gesellschaft durch Algorithmen und Künstliche Intelligenz?

    http://www.cebit.de/veranstaltung/enabling-citizens-using-the-internet-of-things-as-democratic-technology/VOR/68283

    Lambert Heller vom Open Science Lab, TIB Hannover, zeigt die Zukunft der wissenschaftlichen Informations-Infrastrukturen und wie an einer offenen Version des entstehenden „Betriebssystems der Wissenschaft“ gearbeitet wird, so dass jeder Online-Services in Anspruch nehmen kann, die den Zyklus des Forschens und Publizierens unterstützen.

    http://www.cebit.de/veranstaltung/open-science-lab/VOR/68271

    Green IT, das Top Thema der CeBIT 2008, wird auch im future talk 2016 adressiert. Bei der Begrenzung des Klimawandels und dem nachhaltigen Umgang mit Ressourcen spielt IT eine entscheidende Rolle – als Werkzeug und als Stromkonsument. Dr. Beat Koch, Gründungsmitglied der Green IT Special Interest Group der Schweizer Gesellschaft für Informatik, Software Ingenieur und Umweltberater, diskutiert, wie ICT-Lösungen helfen können, den weltweiten CO2-Ausstoss zu reduzieren und Nachhaltigkeit wirtschaftlich, ökologisch und sozial zu verbessern. Vorstellen wird er auch Analysewerkzeuge für IT-Infrastrukturen, mit denen man Maßnahmen zur Verbesserung der Nachhaltigkeit umsetzen und die Effektivität kontrollieren kann.

    http://www.cebit.de/veranstaltung/nachhaltigkeit-im-web-of-everything-chancen-und-gefahren/VOR/68396

    IT-Sicherheit ist und bleibt Fokusthema für die Informatik-Forschung und wird im future talk von verschiedenen Referenten aufgegriffen. Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer präsentiert in einem Lightning Talk das Informatikland Saarland, aber auch eine Vorschau auf den Nationalen IT Gipfel 2016 in Saarbrücken.

    http://www.cebit.de/veranstaltung/informatikland-saarland-it-gipfel-2016/LT/69456

    Prof. Andreas Zeller von der Universität des Saarlandes setzt an der Wurzel an und stellt automatische Testverfahren vor, die Schwachstellen und Hintertüren vor der Produkteinführung identifizieren. Systeme, die weniger Fehler haben, bieten Angreifern auch weniger Angriffsflächen.

    http://www.cebit.de/veranstaltung/sichere-software-durch-automatisches-sandboxing/VOR/68221

     

    Die Plattform Industrie 4.0 fokussiert auf den industriellen Kontext,

    http://www.cebit.de/veranstaltung/plattform-industrie-4.0-it-security/TAG/68467

    das Institut für Internetsicherheit zeigt alltagstaugliche starke Multifaktor-Authentifizierung und Werkzeuge für effektive und sichere Enterprise-Kommunikation.

    http://www.cebit.de/veranstaltung/moderne-authentifikationssysteme/VOR/68252

    Prof. Jürgen Becker, Institutsleiter, Karlsruher Institut für Technologie, KIT, spricht über zukünftige Prozessortechnologie für sicherheitskritische Systeme und die Einordnung in den Industriekontext mit Bezug zu nationalen Forschungsinitiativen.

    http://www.cebit.de/veranstaltung/zukuenftige-prozessortechnologie-fuer-sicherheitskritische-systeme/VOR/68085

    Es werden auch Preise vergeben. Der CeBIT Innovation Award zeichnet Innovationen an der Schnittstelle zwischen Mensch und IT aus. Überreicht werden die Awards durch Bundesbildungs- und Forschungsministerin Prof. Johanna Wanka, die Jury-Vorsitzende Prof. Gesche Joost und CeBIT-Vorstand Oliver Frese. Der Gewinner wird erst am ersten Messeabend, 14.03., im Rahmen der CeBIT Welcome Night verkündet. Die drei Preisträgerprojekte des CeBIT Innovation Award 2016 stehen fest:

    • ActiWait – der interaktive Drücker gegen Langeweile an der Fußgängerampel (Amelie Künzler, Sandro Engel),
    • climbtrack – die dritte Hand an der Kletterwand (Felix Kosmalla, Frederik Wiehr),
    • Cryptomator – Daten einfach verschlüsselt und so sicher wie im Tresor (Tobias Hagemann, Sebastian Stenzel).

    http://www.cebit.de/veranstaltung/cebit-innovation-award-2016-ehrung-der-preistraeger-und-bekanntgabe-der-platzierungen/AWA/68307

    Am letzten CeBIT-Tag, 18. März, ist die Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen“ zu Gast im future talk und beschäftigt sich in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt mit dem Beziehungsgeflecht der Welt. „Digitale Diplomatie und Nation Branding“ ist der Themenschwerpunkt: Wie verändern Digitalisierung und Vernetzung die Innen- und Außenpolitik? Welche Auswirkung haben digitale Informations- und Kommunikationstechnologien auf die Diplomatie? Und wie wirkt sich eine vernetzte Public Diplomacy auf die Vermittlung eines modernen Deutschlandbildes im Ausland aus? In sechs Keynotes werden die Auswirkungen der Digitalisierung und Globalisierung auf die deutsche Innen- und Außenpolitik sowie das Nation Branding beleuchtet.

    http://www.cebit.de/veranstaltung/eroeffnung-digitale-diplomatie-und-nation-branding/EFO/69751

     

    Grafik_Deutsche Messe AG

    future talk CeBIT 2016 kompakt, Halle 6, B54

    Vorträge, Keynotes, Live-Präsentationen und Podiumsdiskussionen
bieten exzellente Einblicke in den technologischen Status Quo, zeigen aktuelle Trends und Standards der Zukunft. Die Tagesthemen im Überblick:

    14.03.: Artificial Intelligence, Smart Services & Networked Worlds

    15.03.: Web of Everything, Human-Machine Interaction & Urban Visions

    16.03.: Cyber-Physical Systems, Wearable Computing & Virtual / Augmented Reality

    17.03.: Serious Games Konferenz

    18.03.: Digitale Diplomatie und Nation Branding

     

    Das Programm online: http://www.cebit.de/veranstaltung/detail/FOR/68016

     

    Reinhard Karger moderiert den CeBIT future talk Er leitet seit 2000 die Unternehmenskommunikation des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz, DFKI; seit 2011 ist er Unternehmenssprecher des DFKI. Reinhard Karger ist Mitglied des Bundesverbands deutscher Pressesprecher (BdP) und seit Mai 2014 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Information und Wissen e.V. (DGI).