Menschliche Moralvorstellungen für Künstliche Intelligenz?

“Was machen wir, wenn wir eines Tages tatsächlich eine ‘echte’ KI entwickeln?”

Stefan-Wess-Druck

Dr. Stefan Wess, Geschäftsführer/CEO der Empolis Information Management GmbH

 Künstliche Intelligenz (KI) ist ein Thema, das die Menschheit schon seit vielen Jahrzehnten elektrisiert. Viele Prognosen über die künftige Leistungsfähigkeit von intelligenten Rechnern wurden abgegeben und mussten Jahre später meist wieder revidiert werden. So gingen Experten bereits im Jahr 1958 davon aus, dass Computer innerhalb von zehn Jahren in der Lage sein würden, den amtierenden Schach-Weltmeister zu schlagen ‒ es dauerte allerdings bis zum Jahr 1997, ehe der IBM-Supercomputer „Deep Blue“ Garri Kasparow bezwang. In der Öffentlichkeit war KI im Jahr 2011 wieder ein großes Thema, als der IBM-Computer „Watson“ live im TV die Jeopardy-Champions Brad Rutter und Ken Jennings schlug. Auch wenn diese Ereignisse Meilensteine in der Entwicklung der Künstlichen Intelligenz darstellten, ist es bis zu einer mit dem Menschen vergleichbaren Intelligenz noch ein ziemlich weiter Weg.

Forscher auf der ganzen Welt arbeiten zwar seit vielen Jahren daran, die komplexe menschliche Wahrnehmung und das menschliche Handeln durch Maschinen nachzubilden. Man musste allerdings erkennen, dass zunächst das menschliche Denken selbst erforscht und verstanden werden muss, ehe man in der Lage ist, eine künstliche Nachbildung auch nur ansatzweise zu entwickeln. So ist es kein Wunder, dass es heute teilweise große Überschneidungen zwischen KI-Forschung, Neurologie und Psychologie gibt.

Ist KI „intelligent“?

Doch wie lässt sich überhaupt bemessen, ob KI „intelligent“ ist? Hierfür entwickelte der britische Mathematiker Alan Turing bereits 1950 einen Test: Ein menschlicher Tester kommuniziert über längere Zeit parallel mit einem anderen Menschen und einer Maschine über ein Chat-Programm. Mensch und Maschine versuchen den Tester davon zu überzeugen, dass sie denkende Menschen sind. Wenn der Tester nach der Unterhaltung nicht mit Bestimmtheit sagen kann, welcher der Gesprächspartner ein Mensch und welcher eine Maschine ist, hat die Maschine den Test bestanden und darf als intelligent gelten. Bislang ist dies allerdings noch keiner Maschine gelungen.

Ehe der ganz große Wurf glücken kann, beschränkt sich die Wissenschaft auf interessante Teilbereiche. Und hier ist KI schon heute überaus erfolgreich. So wird KI beispielsweise im Operationssaal eingesetzt, wo Roboter kleinste Operationen präziser ausführen als jeder menschliche Chirurg. Auch in der Industrie sind „intelligente“ Roboter längst im Einsatz. In ähnlicher Weise wird die Technologie in der Raumfahrt eingesetzt, beispielsweise für die autonome Steuerung von Robotern und Sonden. Aber auch im privaten Umfeld wächst die Bedeutung von KI: Smartphone-Applikationen wie SIRI, Cortana oder Google Now machen das Leben der Nutzer leichter und vergrößern die Akzeptanz solcher Technologien. Das sogenannte „Internet der Dinge“, wo es beispielsweise um vernetzte und intelligente Alltagsgegenstände wie Kühlschränke oder Heizungssysteme geht, wird diese Entwicklung weiter treiben.

Sind wir auf die Zukunft vorbereitet?

Schaut man sich die unterschiedlichen technologischen Entwicklungen der Vergangenheit an, so fällt auf, dass diese oft exponentiell steigend verlaufen. Insofern wäre es nicht verwunderlich, wenn auch die Entwicklung im Bereich KI in den nächsten Jahren immer größere Sprünge macht. Die Frage, die sich dann irgendwann aufdrängen wird, lautet: Was machen wir, wenn wir eines Tages tatsächlich eine „echte“ KI entwickeln werden? Ist die Menschheit hierauf überhaupt vorbereitet und ist sie in der Lage, sie zu kontrollieren?

So warnt Nick Bostrom in seinem Buch „Superintelligence“ vor einer „Intelligenz-Explosion“. Er geht davon aus, dass sich eine solche Intelligenz selbständig und kontinuierlich verbessern könne – und zwar in rasender Geschwindigkeit. Eine solche Intelligenz könnte auf der einen Seite einen immensen Nutzen für die Menschheit haben ‒ genauso sind aber auch furchterregende Szenarien vollstellbar. Übernehmen die Maschinen irgendwann die Macht? Angesichts heutiger Cloud-Technologien und weltweiter Datennetzwerke erscheint ein zentraler On-/Off-Schalter für ein solch intelligentes System eher unrealistisch. Auch andere technologische Ansätze, um die Kontrolle sicherzustellen, scheinen aus heutiger Sicht nicht wirklich zielführend zu sein.

Verhandlungssache: Ethische Normen für Maschinen?

Aus diesem Grund werden heute bereits ganz andere Ansätze diskutiert, die in Richtung „Maschinenethik“ gehen: Gibt es einen Weg, einer Maschine unsere Werte und Moralvorstellungen zu vermitteln und sicherzustellen, dass die Maschine diese als Maßstab für ihr eigenes Handeln anlegt? Die Diskussion steht noch ganz am Anfang. Aber immer mehr Experten drängen darauf, dieses Thema schnellstmöglich anzugehen, um bindende Regeln festzulegen und eine Umsetzungsstrategie zu entwickeln.

Bei allen technologischen Entwicklungen rund um die Künstliche Intelligenz hat sich also eines bis heute nicht geändert: Es bleibt spannend!

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